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Sportlerleiste

Unter diesem Begriff fasst man Beschwerden im Leistenbereich zusammen, die häufig bei Fußball-oder Eishockeyspielern, aber auch in anderen Sportarten wie Leichtathletik oder Tennis auftreten. Nicht selten wird die Verletzung sehr spät diagnostiziert und deshalb verschleppt. Grund dafür ist die mitunter schwierige Diagnose, die eine gewisse Erfahrung mit dieser Verletzung voraussetzt.  Die Sportlerleiste im eigentlichen Sinn (auch Gilmore´s Groin genannt) ist jedenfalls kein Leistenbruch, sondern eine Störung der anatomischen Integrität der Leistenregion, die entweder schleichend, aber auch akut und unmittelbar auftreten kann.  Davon in gewisser Weise abzugrenzen sind Beschwerden im Bereich der Sehnen der Adduktorenmuskulatur am Schambein. Gerne werden die Folgen dieser Sehnenentzündung im Schambeinbereich als Schambeinentzündung bezeichnet. In vielen Fällen findet sich bei Sportlern eine Kombination aus beiden Pathologien.

Ein Großteil der Patienten kann konservativ mittels Physiotherapie und Infiltrationstherapie behandelt werden. Voraussetzung ist die rasche und sichere Diagnose der Verletzung.
Führt die konservative Therapie nicht zum Erfolg, kann ein operativer Eingriff zur Stabilisation der Leiste eine schnelle Genesung mit raschem Wiedereinstieg in den Sport bringen. Hierbei favorisieren wir das offene Operationsverfahren, bei dem über einen kleinen Schnitt in der Leiste die Anatomie und Stabilität mit einem speziellen Nahtverfahren wiederhergestellt wird („Minimal-Repair-Verfahren“). Dennoch zeigen auch die laparoskopischen verfahren mit Netzverstärkung vom Bauchraum aus ausgezeichnete Ergebnisse, wobei vor allem beim jungen Sportler die Implantation von Fremdgewebe eher abzulehnen ist.